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Philosophie der Partnerschaft

(Obst Mag. Bernhard Meurers)

Das Wirtschaftsförderungsinstitut Kärnten und das Stabsbataillon 7, beide mit Sitz in Klagenfurt, haben eine Partnerschaft begründet, die eine der gegenseitigen Bereicherung sein soll. Sie versteht sich als Bildungsgemeinschaft, die nicht zuletzt der Vertiefung der Integration von Gesellschaft und Heer dienen soll. Die Initiative hierzu hatte im Mai 1999 der damalige und viel zu früh verstorbene Leiter des WIFI Kärnten, Dkfm. Lerch gesetzt. Die konsequente Weiterführung des Projektes und das hohe Engagement durch seinen Nachfolger, Mag. Görgei und den Kommandanten des Stabsbataillons 7, Obst Mag. Meurers, haben dann dazu geführt, eine gemeinsame Partnerschaft einzugehen. Für beide Partner beginnt damit ein neuer Abschnitt in der Geschichte ihrer Organisation und es gilt hierbei große Chancen zu ergreifen.

Die Gesellschaft befindet sich nämlich in einem rasanten technologischen und soziologischen Wandel. Dieser trägt zwar einerseits große Möglichkeiten und Herausforderungen in sich, ist aber andererseits auch mit großen Ängsten verbunden. Der einhergehende Umbau bzw. Abbau gesellschaftlicher Wertvorstellungen, die bislang Konsens waren, sowie die rasanten Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Umfeld, verlangen von den Menschen in unseren Institutionen immer mehr ein weitgehend eigenständiges Handeln, mit höchster Verantwortung gegenüber sich selbst und dem Gemeinwesen. Dies vermehrt zwar die Freiheit des Einzelnen an sich, führt ihn aber auch in große Verunsicherung, vor allem dann, wenn der Einzelne den neuen Herausforderungen und dem Leben nicht gewachsen ist, oder glaubt, das nicht zu sein. Lebenslanges Lernen und fortwährende Weiterbildung erscheinen hier die angemessene Strategie, dem beizukommen.

Unzweifelhaft kommt damit nicht nur der berufsspezifischen Fachausbildung, sondern der Bildung überhaupt eine Bedeutung zu, wie das wohl in den letzten Jahrzehnten kaum der Fall war. Bildung ist nicht mehr nur individuelles Bedürfnis, sondern gesellschaftliches Erfordernis. Fachliche Ausbildung allein reicht hier nicht mehr aus. Vielmehr bedarf es daneben, wenn nicht vor allem, einer entsprechenden allgemeinen Ausbildung, damit der Einzelne all seine Lebensbereiche zu bewältigen in der Lage ist.

Ziel der beiden Partner ist, wie man so sagt, der „mündige" Mensch. Das heißt nach Emanuel Kant, „der kritische, urteilsfähige Mensch, der sich aufgrund eigenständiger Erkenntnis in Freiheit zu dem bekennen kann und tut, was Sache ist, und sich damit die eigenen Grenzen selbst setzen kann." Tut er das nicht, so verbleibt er nach Emanuel Kant in seiner „selbstverschuldeten Unmündigkeit". Den Menschen aus dieser seiner „selbstverschuldeten Unmündigkeit" herauszuführen, das ist Aufgabe der Führung und der Führungskräfte unserer Gesellschaft und Organisationen. Somit ist Bildung ein hohes Gut. Sie gibt es nicht mehr zum Nulltarif, denn sie kostet Geld, Arbeit und bedarf der Bereitschaft sowie der Initiative jedes Einzelnen, sich ihr zu unterziehen.

Unternehmensphilosophie und -politik, sowie die daraus abgeleiteten Leitlinien des WIFI Kärnten und des Stabsbataillon 7 sind sich darin einig und orientieren sich an den Zukunftsproblemen. Beide Institutionen haben sich um den Menschen zu kümmern und diesen zu befähigen, die neuen Herausforderungen zu bewältigen. Und beide haben sich in den Dienst der Gesellschaft gestellt. Ihr wollen sie dienen. Es liegt daher nichts näher, als miteinander eine Partnerschaft zu pflegen, die eine der Bildung ist, in der sich Menschen kennen lernen und Freunde werden, um gemeinsam eine herausfordernde Zukunft in Frieden und Freiheit zu meistern.